
Rückblick Tag der Lernenden Zürich 2026: Was Lernende heute wirklich weiterbringt
Am Tag der Lernenden im Volkshaus Zürich ging es nicht um Fachwissen, sondern um das, was daneben zählt: Fokus, Energie, Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen. Vier Referierende gaben den Lernenden je fünf konkrete Rezepte für den Berufsalltag mit.
Die Arbeitswelt ist schneller und digitaler geworden. Das Handy vibriert ständig, die Anforderungen steigen, und neben Betrieb und Berufsfachschule bleibt oft wenig Zeit zum Durchatmen. Genau hier setzte der Tag der Lernenden am 2. November 2026 in Zürich an. 300 Lernende und ihre Ausbildner aus verschiedenen Branchen erhielten Werkzeuge, die sie morgen im Betrieb anwenden können.
Fokus statt Dauerablenkung
Die Psychologin Sina Bärtsch von der Hirncoach AG, einem Spin-off der Universität Bern, zeigte, wie das Gehirn lernt und wo seine Grenzen liegen. Wer ständig zwischen Aufgaben und Bildschirm hin und her springt, macht deutlich mehr Fehler und braucht länger. Ihre Tipps sind einfach: Benachrichtigungen ausschalten, beim Lernen das Handy weglegen, echte Pausen machen und auf Bewegung, Ernährung und Schlaf achten.
Energie dort einsetzen, wo sie etwas bewirkt
Tobias Gerfin, CEO von Kuhn Rikon, erzählte aus seiner eigenen Laufbahn. Seine Botschaft an die jungen Berufsleute: Konzentriert euch auf das, was ihr beeinflussen könnt. Selbstvertrauen wächst durch Üben, und Scheitern gehört dazu, solange man daraus lernt.
Stärken sehen, Hilfe holen
Prof. Dr. Andreas Schrenk griff eine Situation auf, die viele kennen: ein müder Montag, ein Fehler, eine harte Rückmeldung. Anhand des PERMA-Modells aus der Positiven Psychologie zeigte er, wie Lernende den Blick auf das Gelungene richten, ihre Stärken nutzen und sich gezielt Unterstützung holen. Aus «Ich kriege das nicht hin» wird so: «Diesen Schritt kann ich noch nicht, dafür hole ich mir Hilfe.»
Weitermachen, auch an schlechten Tagen
Zum Abschluss erzählte Radrekordhalterin Monika Sattler, wie sie alle 124 Schweizer Pässe in 26 Tagen bezwungen hat. Ihr Rezept CLIMB steht für ein klares Ziel, gute Gedanken als bewusste Entscheidung, Routine statt Motivation, kleine Schritte und genügend Erholung. Das gilt auf dem Velo genauso wie in der Lehre.
Ein Rezept für morgen
So verschieden die vier Referate waren, ein paar Gedanken zogen sich durch alle hindurch. Pausen gehören zur Leistung. Es lohnt sich, die Energie auf das zu richten, was man selbst in der Hand hat. Kleine Fortschritte zählen, und Fehler sind Teil des Lernens. Alle Teilnehmenden erhielten ein Handout mit den 20 Rezepten.
> Hier geht's zu den 20 Rezepten und der Zusammenfassung vom Tag der Lernenden Zürich 2026
